Sir William Osler (1849-1919)

Sir William Osler und die Medizin in McGillDer Dichter Walt Whitman, der sich auf William Osler als Patient bezog, bewies 1888 eine bemerkenswerte Hellsichtigkeit, als er bemerkte: „Was Osler betrifft: er ist ein großer Mann – einer der seltenen Männer. Es würde mich sehr überraschen, wenn er nicht eines Tages sehr, sehr weit aufsteigen und in seinem Beruf sehr berühmt werden würde.

William Osler, der als einer der größten Ärzte aller Zeiten gilt, wurde 1849 in der Kleinstadt Bond Head, Ontario, geboren und erwarb 1872 seinen medizinischen Abschluss in McGill. Als er zwei Jahre später zum Professor für Medizin an der Universität ernannt wurde, etablierte sich Osler schnell als innovativer Denker, der darauf bestand, dass seine Studenten sowohl im Klassenzimmer als auch in der Klinik lernten.

Oslers neuer Ansatz, der zu einer Zeit entwickelt wurde, als Medizinstudenten ihre gesamte Ausbildung absolvieren konnten, ohne einen Patienten zu berühren, sollte die Lehre der Medizin revolutionieren. „Medizin ohne Bücher zu studieren, bedeutet, ein unbekanntes Meer zu befahren“, erklärte Osler, „Medizin nur aus Büchern zu studieren, bedeutet, überhaupt nicht zur See zu fahren.“

Osler wurde 1884 von der University of Pennsylvania und später von Johns Hopkins in Baltimore eingestellt. 1892 veröffentlichte er sein berühmtestes Werk, Principles and Practice of Medicine, in dem er die Ideen darlegte, die er in McGill in die Praxis umzusetzen begonnen hatte.

Im Jahr 1905 wurde Osler Regius Professor für Medizin in Oxford und 1911 zum Baronet ernannt. Als bekannter Bibliophiler hinterließ er McGill seine umfangreiche medizinhistorische Bibliothek, darunter viele seltene Werke, die den Kern einer der wichtigsten Sammlungen zur Medizingeschichte in Nordamerika bilden sollten.

Bei seinem Tod 1919 schrieb die Times seinen außergewöhnlichen Einfluss zum Teil seiner „großen Fähigkeit, andere zu inspirieren, das Beste aus seinen Schülern herauszuholen, und seinem hohen persönlichen Idealismus“ zu. Doch die Kraft seiner Ideen hat seinen beträchtlichen persönlichen Einfluss überdauert. In der Tat sind viele der von ihm befürworteten Ansätze für die medizinische Ausbildung – Programme für Assistenzärzte und ein medizinisches Curriculum, das den Umgang mit Patienten am Krankenbett einschließt – auch heute noch Eckpfeiler der medizinischen Ausbildung.

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